Die Basics für die Praxis-Website


Unerlässlich und doch vernachlässigt


Im Internetzeitalter ist es für Zahnärzte mittlerweile unerlässlich, sich mit einer professionellen Webseite zu präsentieren – gerade dann, wenn es um Neupatienten geht. Wird eine Praxis im Freunden- oder Bekanntenkreis empfohlen, so informieren sich die neuen Patienten vor dem Praxisbesuch in der Regel auf der Website des Zahnarztes. Der dort gewonnene Ersteindruck entscheidet maßgeblich darüber, ob der Patient sich in die Praxis begibt oder nicht. Umso erstaunlicher ist es, dass geschätzte 40% aller Zahnarztpraxen über eine mangelhafte oder überhaupt gar keine Website verfügen.

 

Wie sollte eine Praxis-Webseite aussehen?
Einen ersten Eindruck können Sie nur einmal machen: Nur eine Zehntelsekunde braucht das Gehirn, um ein Urteil über einen Unbekannten zu fällen. Gleiches gilt auch für die Ihre Startseite, wobei hier etwas mehr Zeit zur Verfügung steht1 : ganze fünf Sekunden. In dieser kurzen Zeit gilt es, Emotionen beim Betrachter hervorzurufen: durch hochwertige Bilder, ästhetische Icons sowie durch präzise und prägnante Headlines und Schlagwörter.

 

Wie sollten die Texte sein?
Texte sollten möglichst übersichtlich und im Umfang nicht zu lang sein. Stellen Sie komprimiert und prägnant dar, worum es in Ihrer Praxis geht. Dies muss in wenigen Sätzen möglich sein. Beachten Sie deshalb für Ihre Startseite folgende Kriterien:2

• Einfachheit: Verwenden Sie kurze Sätze (9 bis 13 Wörter), kurze Wörter (dreisilbig) und ein vertrautes Vokabular (möglichst wenig Fremdwörter oder Fachbegriffe).

• Gliederung: Formulieren Sie nur einen Gedanken pro Satz. Benennen Sie das Wesentliche zu Beginn des Textes und zu Beginn eines Satzes. Stellen Sie Sinnzusammenhänge durch Absätze dar.

• Prägnanz: Verwenden Sie Verben statt Substantivierungen und benutzen Sie eine bildhafte, lebendige Sprache.

• Anregung: Erklärende Bilder und Grafiken helfen, schwierige Sachverhältnisse einfach und verständlich zu kommunizieren.

 

Was ist das Ziel Ihrer Webseite?
Viele Zahnärzte wissen mittlerweile, dass eine professionelle Website maßgeblich zum Erfolg der Praxis beiträgt. Dennoch geben sie vordergründig verschiedene Gründe an, warum sie eine Website benötigen. Die Antworten reichen von: „Ich möchte meine Patienten informieren“ über „Weil der Zahnarzt nebenan auch eine hat“ bis hin zu „Meine Kinder sagten, ich bräuchte eine“. Dabei ist der eigentliche Grund viel offensichtlicher: Eine professionelle Website hat das Ziel, dass Patienten einen Termin vereinbaren – ganz gleich, ob es sich dabei um neue oder bestehende Patienten handelt. Gerade aber bei Neupatienten ist es jedoch wichtig, diese durch eine ausgeklügelte Konzeption der Website zur Terminvereinbarung zu leiten.

 

Holen Sie Ihre Patienten ab!
Ihre Patienten sind glücklich, wenn sie sich verstanden fühlen – das gilt auch für Ihre Website. Um Ihren Patienten dieses Gefühl online zu vermitteln, ist es wichtig, zu wissen, warum ein Nutzer auf einer Zahnarzt-Seite landet.


Die häufigsten Gründe, die Patienten auf die Website einer Zahnarzt-Praxis führen, sind:

1. Ich habe Schmerzen
2. Ich brauche einen neuen Zahnarzt (Umzug oder Unzufriedenheit)
3. Ich möchte eine zweite Meinung
4. Ich wollte mich informieren
5. […]


Gehen Sie dabei direkt auf Ihrer Startseite auf diese Gründe ein. Mit vier bis fünf Feldern zum Anklicken auf holen Sie Ihre Patienten ab und halten sie auf Ihrer Seite. Punkte1-3 führen schnell zum Kontaktfeld oder Rückrufservice und damit zum eigentlichen Ziel der Seite, der Kontaktaufnahme. Punkt 4 kann dann unterteilt werden in Leistungen, Team etc., sodass der Patient dort den klassischen Aufbau einer Praxiswebsite wiederfinden kann.

 

Was gehört auf die anderen Seiten
Sie sollten davon ausgehen, dass Besucher Ihre Website beim ersten Mal nicht von vorne bis hinten durchlesen. Die meisten Besucher steigen über Ihre Startseite ein. Dort muss zügig erklärt werden, was Ihre Praxis auf den oben Punkten einzigartig macht, damit die Zeit bis zu einer möglichen Terminvereinbarung möglichst gering ist. Wollen Sie Ihre Patienten detaillierter über ein Thema aufklären, können Sie durch direkte Einstiegspunkte auf der Website („Deep Links“) Ihre Patienten auf eine Unterseite Ihrer Website lotsen, auf der ausführliche Informationen bereitstehen.

 

Die Gestaltung
Genau wie auf der Startseite gilt auch auf den weiteren Seiten: Weniger ist mehr. Der Trend geht dahin, dass aussagekräftige Inhalte (Texte, Bilder, Videos usw.) im Vordergrund stehen und die Gestaltung Ihrer Website sich stark zurück nimmt. Als Paradebeispiel für diesen gestalterischen Minimalismus gilt die Website des Designer-Vorreiters Apple.3 Auch die Gestaltung für verschiedene Endgeräte ist wichtig. Ihre Website sollte auf einem normalen Windows PC genauso benutzbar sein wie auf einem Smartphone oder einem Tablet (z.B. einem iPad). Auch verschiedene Browser-Varianten müssen beachtet werden. Der Fachbegriff heißt hier Responsive Webdesign. Dieses Responsive Webdesign ist für den Laien oft nur schwer zu bewerkstelligen. Daher sollten Sie auf eine Agentur oder einen Designer zurückgreifen – im besten Fall solche, die auch etwas von Zahnmedizin verstehen. Gleiches gilt für die Inhalte: Zahnmediziner sind meistens keine Online-Redakteure. Es ist für Ihre Patienten deutlich angenehmer, eine professionell gestaltete Website vorzufinden, als mit einem, durch falsche Sparsamkeit laienhaft erstellten Internetauftritt konfrontiert zu werden. Denn es benötigt Profis mit viel journalistischem Können und textlichem Sachverstand, um die Leistungen Ihrer Praxis inhaltlich richtig, verständlich, kurz und ohne Angst zu erzeugen darzustellen.


 

Quellen
1 http://www.palmerwebmarketing.com/blog/youve-got-5-seconds-dont-waste-them/
2 https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Verständlichkeitskonzept
3 https://blog.zeta-producer.com/die-perfekte-firmenwebsite/